Geschichte

Geschichte

Die Geschichte der Harmoniemusik Welden e.V. ist im Unterschied zu den meisten Musikvereinen, deren Historie sich auf zahlreiche Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zurückverfolgen lässt, vergleichsweise kurz – nichts desto trotz gespickt mit Highlights die die rasante Aufwärtsentwicklung des Vereins repräsentieren.

Im Jahre 1995 beschlossen große Teile der Musiker und Jugendleitung der damaligen Jugendkapelle Welden nach unüberbrückbaren Differenzen mit der Vereinsführung einen eigenen Weg zu gehen. Dabei sollten die Qualität der Musik, der Spaß am Hobby und die demokratische Mitbestimmung besonders der Jugend innerhalb des Vereins gleichberechtigt nebeneinander die Säulen der Vereinsarbeit bilden. Das Motto des neuen Vereins war daher schnell gefunden: „…weil gute Musik Spaß macht!“.

In einem aus den Musikern und Eltern gewählten Bläserrat unter dem Vorsitz von Thomas Fuchs und Roman Sigmund wurde eine Satzung und Geschäftsordnung ausgearbeitet. Der Zuspruch den die Musiker mit ihrem Konzept fanden, war enorm. So konnte in der Gründungsversammlung am 24. Mai 1995 der neue Verein die „Harmoniemusik Welden“ mit annähernd 100 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben werden. Als erster Vorsitzender wurde Thomas Fuchs, als sein Stellvertreter Roman Sigmund gewählt. Musikalischer Leiter wurde der damals 22-jährige Markus Schönheits. Ziel war und ist es, ein an europäischen Standards orientiertes Orchester zu schaffen um ein breites Repertoire an konzertanter Blasmusik aufführen zu können – ohne dabei die bayerischen Blasmusiktraditionen verleugnen zu wollen.

Mit Feuereifer wurde in den ersten Monaten geprobt. Neben den organisatorischen Hürden der Vereinsgründung mussten vor allem Noten und Instrumente organisiert werden, standen ja den motivierten jungen Musikern nach der Trennung keinerlei Leihinstrumente und Noten mehr zur Verfügung.

Vom ersten Tag an setzte man darauf, die Öffentlichkeit durch musikalische Qualität vom Konzept und der Zukunftsfähigkeit der Harmoniemusik zu überzeugen. Als starken Vereinspaten konnte man den Musikverein Fischach gewinnen, der unter der Leitung von Lothar Uth logistische Hilfe wo möglich leistete. Zusammen mit der Jugendkapelle aus Fischach konnte das Blasorchester der Harmoniemusik Welden am 26. Oktober 1995 mit einem furiosen Gründungskonzert die lokalen und überregionalen Musikfreunde vom Enthusiasmus und der Spielfreude der jungen Musiker überzeugen. Durch einen ortsansässigen Unternehmer wurde von diesem Konzert sogar ein professioneller Konzertmitschnitt ermöglicht.

Parallel dazu wurde engagiert mit dem Aufbau einer Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Herbert Ahne begonnen.

Bereits 1997 wurde das Orchester der Harmoniemusik Welden e.V. zu einem europäischen Blasmusikfestival ins ungarische Szombathély eingeladen. Dies war nur der Auftakt zu weiteren Besuchen ins europäische Ausland. Seit 2000 verbindet die Harmoniemusik Welden eine Orchesterfreundschaft zur Southampton Concert Wind Band aus England. Insgesamt fanden im Rahmen dieses Austauschprogramms bereits vier Orchesterreisen statt. Weitere Reisen ins Ausland führten die Harmoniemusik Welden nach Frankreich, wo das Blasorchester in Brie-comte-Robert und Grisy-Suisnes die Gedenkfeierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Kriegsendes umrahmen durften.

Die zielstrebige Aufbauarbeit des Orchesters unter der Leitung von Markus Schönheits zeigte auch anderweitig Früchte: Bereits bei der ersten Wertungsspielteilnahme 1996 in der Mittelstufe erhielt die Harmoniemusik das höchstmögliche Prädikat „mit Auszeichnung“. Schon 1997 erfolgte der Sprung der Harmoniemusik Welden in die Oberstufe – seitdem wurde dieses Niveau nicht mehr verlassen. 1998 erzielt man in Kissendorf erneut die höchste Auszeichnung in dieser Stufe.

Den ersten überregionalen Erfolg konnte das Blasorchester der Harmoniemusik Welden 1999 beim europäischen „Euregio“-Musikfestival in Sonthofen erringen, bei dem man in der Kategorie „mittelschwer“ den ersten Preis neben einer starken namhaften Konkurrenz erringen konnte. Bis heute ist den Teilnehmern und mitgereisten Fans der nachhaltige Eindruck, den der Vortrag von „Mazama“ und „Choral and Shaker Dance“ hinterließ, unvergessen.

Im gleichen Jahr erhielt die Harmoniemusik die Einladung von den städtischen Bühnen Augsburg als Bühnenorchester an den Aufführungen der Operette „Frau Luna“ auf der Freilichtbühne mitzuwirken. Bei 26 Aufführungen standen mindestens 20 Musiker der Harmoniemusik, geschmückt mit Kokarde und Pickelhaube bereit um zum furiosen Finale der Operette mit dem Marsch „Berliner Luft“ auf die Bühne zu marschieren. Unvergesslich die sommerliche Atmosphäre und das bunte Treiben hinter den Theaterkulissen! Nicht wenige Teilnehmer können heute noch die Dialoge der Operette  auswendig rezitieren…

Das Jahr 2000 brachte neben einem „ausgezeichneten“ Erfolg bei den Wertungsspielen in Illerzell auch die erste Fahrt zu den Musikfreunden nach Southampton – inklusive einem Musicalbesuch in London mit sich.

2001 erhielt die Harmoniemusik Welden bei den Wertungsspielen in Fischach 98 Punkte und damit die beste Leistung des Wettbewerbs. Im gleichen Jahr übernahm Karl-Heinz Tomaschewski von Gründungsvorstand Thomas Fuchs als erster Vorsitzender die Leitung des Vereins.

2002 stand ganz im Zeichen des historischen Festes „600 Jahre Marktrecht in Welden“. Vielbeachteter Beitrag der Harmoniemusik Welden war das Musiktheater „wie war das damals“, in dem 600 Jahre Ortsgeschichte szenisch dargestellt und musikalisch begleitet wurden. Durch einen Geschichtswissenschaftler fachlich beraten und durch zwei engagierte Lehrerinnen inszeniert, wurden die beiden Vorstellungen im Holzwinkelsaal an denen fast alle aktiven Musiker der Harmoniemusik mitwirkten zu einem absoluten Highlight im Festjahr.

Im gleichen Jahr startete das Blasorchester zusammen mit der Jugendkapelle Fischach auf eine mehrtätige Konzertreise in die Toskana und nach Ligurien.

Neben der regelmäßigen Teilnahme an den Wertungsspielen entwickelten sich die Serenade auf dem Theklaberg, die seit 1996 vor der schönen Kulisse von Theklakirche und Kloster abgehalten wird, sowie das jährliche Herbstkonzert zu kulturellen Höhepunkten in der Holzwinkelgemeinde. Gastorchester, die der Harmoniemusik freundschaftlich verbunden waren und sind, bereicherten über die Jahre die Konzerte in Welden. Angefangen vom Blasorchester Kirchheim, dem Musikverein Emersacker, den Schwäbischen Bläserbuben aus Gersthofen über der Stadtkapelle Isny im Allgäu, den Musikverein Rottweil-Hausen, das Jugendorchester Wertingen, den Musikverein Langweid, bis hin zur Southampton Concert Wind Band und dem Städtischen Blasorchester Szombathély bereicherten zahlreiche Orchester das Weldener Kulturleben und konnten die Gastfreundschaft der Harmoniker genießen.

Beim Blasorchester waren Höhepunkte der kommenden Jahren die zweite Konzertfahrt nach Southampton/England 2004 und der Gegenbesuch der Southamptoner Musiker zum Herbstkonzert 2005, die Wertungsspiele in Trauchgau 2006.

Ab dem Sommer 2006 warf ein wichtiges Ereignis seine Schatten voraus: Der renommierte Blasorchesterwettbewerb „Flicorno d’Oro“ in Riva del Garda. Neben der inoffiziellen Blasorchesterolympiade in Kerkrade und dem „Certamen“ in Valencia ist dieser Wettbewerb der wichtigste europäische Blasorchesterwettstreit. Neben einem Pflichtstück muss ein selbst gewähltes Orchesterwerk aus einer Vorschlagsliste vor einer 5-köpfigen Fachjury vorgetragen werden. Im April 2007 kam dann der große Tag auf den sich das Blasorchester lange konzentriert vorbereitet hatte. Auf Anhieb erreichte das Blasorchester einen 4. Platz in der zweiten Kategorie mit dem Pflichtstück „Piccola Suite Italiana“ und dem Selbstwahlstück „Gulliver’s Travels“ und somit das beste Ergebnis der teilnehmenden deutschen Orchester.

Das Jahr 2008 brachte dem Blasorchester die einschneidenste Änderung  seines Bestehens. Dirigent Markus Schönheits übergab nach 13 ½ Jahren in der Verantwortung den Taktstock an Robert Sibich.

Robert „Bob“ Sibich war bereits seit 1997 als 10-Jähriger Tubist Musiker im Blasorchester der Harmoniemusik und sein Talent wurde durch Unterricht bei Lothar Uth früh gefördert. Durch sein erfolgreiches Studium an der Musikhochschule Augsburg-Nürnberg mit dem Hauptfach Tuba und dem Nebenfach „Blasorchesterleitung“ bei Thomas Ludescher“ war und ist er ideal qualifiziert das vereinigte Blas- und Jugendorchester der Harmoniemusik zu übernehmen und die erfolgreiche Arbeit von Markus Schönheits weiter zu führen. Bester Beweis für seine Arbeit sind die Ergebnisse der Wertungsspiele 2009 bei denen in Friedberg 97 und in Welden 94 Punkte in der Oberstufe und somit beides Mal ein „ausgezeichneter Erfolg“ erzielt wurden.